Art-Event im Kesselhaus zum Thema „Unerhört“: eine ehrliche und engagierte Schau

Teltow - Elf Jahre ist die Künstlergruppe Art-Event aus dem Menschenballungsraum KleinStahnTow bereits an sich und ihren Themen gereift, jeweils am anderen Ort und, nach der jeweiligen „Hausordnung“, auch jeder mehr oder weniger für sich. Beim runden Dutzend im Kesselhaus der Teltower Biomalz-Fabrik konnte sich keiner mehr für die originäre Werkidee ins eigen stille Kämmerlein zurückziehen. Ein Raum für alle, wo vom verheulten Willy über Morgensterns nie gehörtes Gedicht „Fisches Nachtgesang“ (Julia Theek) bis hart an den Rand zum Himmelstor (Andreas Theurer) plötzlich alles miteinander korrespondieren sollte: Auf Gedeih und Verderb!

Das gemeinsame Thema „Unerhört“ war mal wieder koryphäisch, doch nicht immer ausgereizt: Jeder der elf Gruppenmitglieder plus Gästin wird sich daran messen lassen müssen, inwieweit man die Ambivalenz dieses Wunderwortes ergriffen hat: Das nie Gehörte und das nicht gehört werden Wollende für tote oder falsche Ohren, das Empören mit und ohne Folgen, auch die „positive“ Rezeption.

Die fabelhafte Ausstellung auf kiesigem Grund hält alles bereit, Gelungenes und Oberflächliches, Weite und Autonomie, den gebundenen Geist der Erde wie auch den möglichen Weg in den Himmel, der einfach und immer dazugehören sollte. Was als unmittelbares Objekt so unerhört anstoßen soll ist das eine, was dahintersteckt das andere: So lobt Frauke Schmidt-Theilig auf offensichtliche Weise mit Galilei, Darwin und Freud jene aufrührerischen Geister von gestern, denen sie auch heute noch Bestand zubilligt, was sich bald ändern dürfte.

Anke Fountis zeigt mit dem Tränenfluss eines büßerbekittelten mix-media-Objekts Willy Brandt ihren Unmut beim BER-Projekt an, sie glaubt noch an Politik. Julia Ehrt präsentiert faustisch kommentierte Schwarz-Weiß-Malerei – und erschafft sich „Bewunderer“ gleich selbst noch dazu. Die inzwischen neunzigjährige Keramikerin Emma Maria Lange hält an ihrem Afrika-Thema fest, diesmal mit Terrakotta-Studien zu Hunger und Aids.

Fast wie im Trauerflor lässt die Textilkünstlerin Anke Mühlig unerhörte Worttiraden und „Hitzige Stimmen“ aus dem Boden wachsen, Live-Tickerei. Für sie bleibt das Empörende unerhört, doch manche Frage auch offen. Wie Beate Lein-Kunz mir ihrer birkenen Himmelsleiter, so will auch Hartmut Sy mit dem Objekt „Terz“ am Biomalz-Schornstein hoch hinauf, und versenkt zugleich ein Großes Monument unter den Kies. Die Schrecken auf Erden vor Augen, hat Jessi Kobek ihren bildnerischen Beitrag in die Ungeduld zwischen scheinbar unerhörtem Beten und Warten auf Antwort gebettet, doch vielleicht fehlt es nur an Geduld?

Bei der Potsdamer Gästin Julia Theek geht man – Pferd an der Wand und Hund in der Höhle – auf „100 Jahre Biomalz“ zurück. Sie hat die Tendenz, jedem ihr Werk zu erklären, zeigt auch Freimaurer-Symbolik. Helma Hörath installierte „Das große Schweigen“ ganz in Weiß mit Keimkartoffeln, indes Steffen Trodler bei der Suche nach seinem Ich sich wieder mal ein Meister des Minimalismus erweist: Seine Bodenspiegel suchen „Begegnung“, mal als Schwelle, mal mit Blick ganz nach oben.

Ehrlich und engagiert ist diese Schau, und fast nirgends dem Markt untertan: Die Tendenz weist auf „Gedeih“! Ob man immer auch Kunst vor sich hat, ist zwar zu bezweifeln, dass sich dieselbe aber in Kopf und Kesselhaus herstellt, das sei verbürgt – und erhört.

täglich 15 bis 18 Uhr, Iserstr. 8-10, Finissage am Sonntag, 27. Mai, 15 Uhr mit Claudia Metzner, 17 Uhr Laut-Malerei von und mit Helma Hörath und Andreas Corinth

Von: Gerold Paul
Quelle: pnn.de

Vernissage, Ausstellungswoche und Finissage

Zur Vernissage am Samstag, dem 19.05.2012 um 15:00 Uhr füllt sich das Gelände der Biomalzfabrik mit zahlreichen Besuchern, befreundeten Künstlern und Kunstinteressierten der Region. In der warmen Maisonne konnte die Vernissage auf dem alten Pflaster beginnen. Musik ertönt, eine Geige, eine Trommel - doch woher? Die geöffneten Fenster lassen nur ahnen, dass in den Räumen des alten Gemäuers musiziert wird. Immer mehr Stimmen mischen sich in die Melodienvielfalt - zuletzt der Klang einer Trompete. Die Gespräche der Vernissagebesucher gehen weiter. Erst als nach und nach die ersten Instrumente verstummen und mit einer Blechbläserstimme die Melodie von "Bruder Jakob" erklingt, scheint es als ob sich das Publikum seiner Rolle bewußt würde. Ein Konzert ohne Musiker? Unerhört! Schließlich geben sich die Musiker der Kreismusikschule "Engelbert Humperndinck" unter der Leitung von Michael Goldammer doch zu erkennen.

"Unerhört?! Das ist ein Sphinxwort mit mehrsinnigen, auch versteckten Bedeutungen. Wird etwas nicht wahrgenommen, weil es zu leise daher kommt? Oder übersteigt es im Gegenteil unsere Vorstellungskraft, so dass wir sprachlos bis empört davor stehen? Dann gibt es noch - tief verwurzelt in unser christlich geprägten Kultur - die Fürbitte "Herr, erhöre uns!" Bleibt es unerhört - oder sind unsere Erwartungen zu irdisch?" - So führt die Künstlergruppe Art event in ihr diesjähriges Thema ein.

Zum 3. Mal ist die Gruppe für zwei Wochen in Teltow zu Gast. Im still gelegten Alten Kesselhaus, "das einst die Aufgabe hatte, die Biomalz-Fabrik mit selbst erzeugter Wärmeenergie zu versorgen, läuteten sie eine Metamorphose der Halle ein. Erst im letzten Jahr wurde sie anlässlich der 100-Jahrfeier der Biomalz-Fabrik entkernt, beräumt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht." Nun haben sich die Künstlerinnen und Künstler aus Teltow, Stahnsdorf, Kleinmachnow und Berlin sich im mit rötlichem Schotter gefüllten Raum des schillernden Wortes angenommen und ausgelotet, was für sie "unerhört" sein könnte, um selbst Unerhörtes zu schaffen und der Öffentlichkeit zur Diskussion zu stellen.

Zur Eröffnung sprachen Steffen Troder, Initiator der Veranstaltung, Juliane Karsten, Leiterin des Biomalz-Infobüros, Koordinatorin des Geländes und "Türöffnerin", Cornelia Neumann, Kulturkoordinatorin der Stadt Teltow und Helma Hörath, Mitglied der Gruppe. Sie dankten den Personen und Unternehmen, die die Künstlerwochen unterstützt und ermöglicht haben und luden dazu ein, die Exponate zu entdecken. Dieses Mal scheint es am besten gelungen zu sein, "12 Individualisten in einen Raum und eine Ausstellung zu bringen" sagte Steffen Trodler, der die Entwicklung des Projektes skizzierte. Die Herausforderung habe sich gelohnt, "die Exponate sprechen für sich".

In der ersten Woche, der Arbeitsphase, wurden die Kunstwerke konzipiert und aufgebaut. Interessierte konnten den Künstlern bei diesem "work in progress" über die Schulter sehen. Das Ehepaar Land aus der Nachbarschaft, die fast täglich zum Helfen kamen, zeigten sich begeistert von dieser offenen Arbeitsweise. Jeder brachte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten ein und leistete seinen Beitrag, so dass für das große Ganze auch mal das Unmögliche möglich wurde. So unterschiedlich wie die Menschen und der Entstehungsprozess der Ausstellung sind nun auch die einzelnen Exponate geworden. Ebenso verschieden wird der Zugang der Betrachter zu den einzelnen Ausstellungsstücken sein.

Während der Eröffnung stellte jeder der beteiligten KünstlerInnen eineN KollegIn aus der Gruppe und dessen Arbeiten vor. In der Woche vom 21. - 26.05.2012 konnten die Arbeiten jeden Tag von 15.00 -18.00 Uhr besichtigt werden. Zur Betreuung der Ausstellung waren einige Künstler von ArtEvent anwesend. Zur Finissage, die am Sonntag, den 27. Mai 2012, um 15.00 Uhr das unerhörte ArtEvent 2012 bei sehr schöner Athmosphäre mit verschiedenen Musikbeiträgen beschloß, waren nochmals alle Künstler zugegen. Für Fragen und Gespräche standen sie - in gegensätzlicher Bedeutung des Themas - mit offenem Ohr zur Verfügung.

LK

Quelle: Stahnsdorf.de

Ehemaliger Teltower CDU Orts-und Fraktionsvorsitzender verstorben

Mit großer Bestürzung hat die CDU Teltow die Nachricht vom plötzlichen Tod des ehemaligen Orts- und Fraktionsvorsitzenden Herrn Erhard Wigand aufgenommen.

Herr Wigand war lange Jahre einer der prägenden Repräsentanten der CDU Teltow. Den Werten und Zielen der Partei blieb Herr Wigand auch nach seinem Austritt aus unserem Ortsverband treu und setzte diese mit großem Eifer und Engagement in seiner politischen Arbeit um, zuletzt als fraktionsloser Abgeordneter in der Teltower Stadtversammlung sowie als parteiloses Mitglied in der CDU-Kreistagsfraktion.

Mit dem Tod von Herrn Wigand verliert die politische Landschaft in Teltow einen überzeugten Demokraten und engagierten Bürger.

Unser Mitgefühl gilt der Familie und den Freunden von Herrn Wigand.

Für den Vorstand

John Kidd
Vorsitzender

Quelle: CDU Teltow

Sonne_ArteventTELTOW. Fünf Musiker der Kreismusikschule „Engelbert Humperdinck“ spielten, nicht sichtbar, aus dem Haupthausder ehemaligen Biomalz-Fabrik zu den rund 200 munter im Innenhof quirlenden Kunstfreunden des 12. ArtEvents am vergangenen Samstag. Als irgendwann alles in die vertraute Kanonmelodie „Bruder Jakob“ mündete, war das das Signal zum Aufmerksam- und Wachwerden, die „Theaterklingel“ im Gewerbehof und gleichzeitig war die Brücke zum Thema des Spektakels geschlagen. Unerhört – unter diesem doppeldeutigen Wort versammelten sich in diesem Jahr die Unentwegten, die da mit Pinsel, Leinwand, Metall, Stein, Holz, Farbe, Papier, Draht, Kies, Plastik, Tusche, Sprudelwasser, Textil klein oder großformatig hantieren oder bedeutungssschwer oder gewitzt sich zu artikulieren suchen. Aus dem Ärmel ist so ein Fest nicht zu schütteln – das 12. mittlerweile, so hieß es, war das Beste bislang. Die Stadt Teltow bietet Bildenden Künstlern ein Podium und sie alle bedankten sich dafür herzlich. Künstlerinnen/Künstler – ArtEvent ist stark weiblich– kommen jedes Jahr zusammen, sie arbeiten eine Weile gemeinsam an noch „unentdeckten“, jedenfalls wenig bekannten Orten und stellen dann gemeinsam aus. Elf Leute waren in diesem Jahr aktiv: Lange, Fountis, Trodler, Ehrt, Lein-Kunz, Hörath, Theurer, Kobek, Schmidt-Theilig, Sy, Mühlig. Als Gast - Julia Theek. Material, hier die kryptische, verschlüsselte Botschaft. Und Witz und Heiterkeit sind zu entdecken, hier in der Region kann es schon sein, dass das „Zubettgehen mit dem Flugzeug“ passiert. Die heiterenTöne, die oft im hektischen Alltag fehlen, kommen gut an. „Vieles wird durch die Allgegenwart des Internets zur Beliebigkeit“, sagt Steffen Trodler. „Der Einzelne hat trotz alledem Möglichkeiten.“Gelöstsein von täglich „Unerhörtem“ - Arbeiten von Julia Ehrt sagen dazu etwas aus. „Kunst ist, was gefällt“, heißt es. Bei Karl Valentin: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Ob der die Bildende Kunst meinte?


Quelle: Bäke Courier
Von Thomas Freitag

Der Teltower Kunst-Sonntag wächst in jeder Hinsicht kontinuierlich.

TELTOW Beim gestrigen 4. Kunstsonntag in Teltow knackte Initiator Dieter Leßnau die Hunderter-Marke. Waren es im Vorjahr 95 Künstler, die ihre Werke zeigten, beteiligten sich diesmal 110. „Jeder kann ein eigenes Wertgefühl entwickeln“, beschreibt er die größte Stärke der weit über die Region hinaus bekannten Veranstaltung. 450 Exponate aus allen Bereichen der bildenden Kunst wurden den Besuchern auf rund 2 000 Quadratmetern Fläche präsentiert. „Unsere Besucherzahl wächst proportional zur Zahl der Aussteller“, freut sich Leßnau. Nach Schätzungen des Teltower Galeristen kamen weit mehr als 1 000 Besucher zu dem Event am Sonntag.

Die Wahl eines neuen Ausstellungsortes stellte sich offenbar als Glücksfall für Leßnaus 15-köpfige Arbeitsgruppe „Initiative Teltower Kunst-Sonntag“ heraus. Das Angebot der Stadt, weiter in der Altstadt zu bleiben, schlug man zuvor aus. „Wir haben schlechte Erfahrungen damit gemacht, in Konkurrenz mit dem parallel stattfindenden Halbmarathon anzutreten“, so Leßnau. Am Datum selbst wollte man hingegen nicht rütteln, denn „der erste Novembersonntag ist der Tag für die Künstler“, meint der 73-Jährige. So begann die Suche nach einem neuen Refugium. Als einige Mieter der denkmalgeschützten Biomalz-Fabrik – darunter die Union Sozialer Einrichtungen, die auf dem Komplex Behindertenwerkstätten betreibt – dem Galeristen Räume anboten, schlug er sofort zu. Der ehemalige Industriekomplex in der Iserstraße feierte im September dieses Jahres sein 100-jähriges Jubiläum.

„Künstler und Besucher finden es bisher fantastisch“, zog Leßnau am frühen Nachmittag ein rundum positives Fazit. Man habe die Kunstschaffenden so ausgewählt und positioniert, dass sie zu den jeweiligen Ausstellungsräumen passen. Im Erdgeschoss der alten Biomalz-Fabrik – zwischen historischen Druckmaschinen – stellten Maler ihre Werke aus. Gleich nebenan sind Stahlskulpturen neben Stahlträgern aus dem Werkbereich Metallbau zu sehen. Auch die Berlinerin Maja Smoltczyk war am Sonntag in Teltow dabei, sie zeichnet in ihren Skulpturen menschliche Wesenszüge nach. „Der Mensch ist mehr als seine Oberfläche", sagt die gebürtige Berlinerin, die in ihren Werken vor allem die inneren, menschlichen Wesenszüge herausarbeitet. Sie hat ihren Großvater posthum porträtiert, auch ihr Neffe findet sich in metallener Form in der Ausstellung wieder.

Auch von mehreren ausländischen Beiträgen konnten sich die Flaneure inspirieren lassen. Polnische und holländische Kunstwerke waren unter den Exponaten, ebenso einige Werkstücke der Malerin Hala Faisal aus Syrien. Sie erregte im August 2005 weltweites Aufsehen, als sie nur mit einem Bodypainting „bekleidet“ vor dem Weißen Haus in Washington gegen den Irak-Krieg protestierte.

Quelle: MAZ online
Beitrag Von Stephan Reitzig

Von merkantiler Gefälligkeit bis zum Wurf mit Anspruch: 450 Werke beim 4. Teltower Kunst-Sonntag

Teltow - Schnipp-schnapp, schnipp- schnapp! Mit Quäken und Quietschen heben und senken sich diese stählernen Objekte nach dem Regelplan eines Relais. Alte Scheren aus Stahl, nach dem Willen von Manfred Koch, ihrem künstlerischen Vater, „Fliegende Fische“ genannt, öffnen ihre gierigen Mäuler, um beim nunmehr 4. Teltower Kunst-Sonntag sonntägliche Teltower Luft zu zerschneiden, oder nach Piranha-Art zu zerbeißen.

Anders als im Alten Lagerhaus um die Ecke, wo sich Maler und Publikum hautnah drängeln mussten, war es im Alten Kesselhaus der Biomalz-Fabrik angenehm geräumig. Dies war sozusagen die „Skulpturen-Abteilung“ dieses so ambitionierten Kulturereignisses. Hier hatte Michael Soika der griechischen Daphne ein kerzenumkränztes Denkmal geschaffen, hier tummelte sich weiteres Getier von anderer Hand.

Eine Großtat der „Initiative Teltower Kunst-Sonntag“, die altehrwürdige Biomalz-Fabrik im hundertsten Jahr ihres Bestehens nicht nur als Sponsor, sondern auch als Ausstellungsort zu gewinnen, mal bis in das vierte Obergeschoss von Haus 2, mal im Hochparterre der Alten Quellmühle, sogar die benachbarte Firma für automobile Edel-Oldies hat sich als „Haus 7“ beteiligt.

Galerist Dieter Leßnau hatte als spiritus rector des Ganzen noch mehr Künstler als im Jahr zuvor geladen, 115 diesmal mit ungefähr 450 Werken der bildenden und angewandten Kunst, wozu auch die filigran in Gold und Silber gearbeiteten Möbel von Richard Radtke aus Wittenberg gehörten. Schon am Vormittag war der Besuch von Fern und Nah enorm, man sah es an den Autokennzeichen. Manchen der Künstler wie Hala Faisal und Axel Feuerberg kannte man schon von der Leßnauschen „Altstadthof-Galerie“, andere kamen aus Fredersdorf, Hamburg, Hannover, Berlin oder Polen.

Ziel dieser sicherlich planungsintensiven Großveranstaltung war laut Veranstalter einerseits die „Begegnung von Wissenschaft und Politik mit der Kunst“, andererseits der gedankliche und wohl auch pekuniäre Austausch zwischen Künstlervielfalt und Publikum. Der 4. Kunstsonntag wollte ja ohnehin „mehr Podium als Messe“ sein. Das hatte dann auch seinen Preis, denn neben richtig guten Arbeiten waren auch solche dabei, die man fern und besser zu Hause gelassen hätte. Es gibt doch eh längst mehr Maler als Menschen!

Vom Ästhetischen her war so ziemlich alles vertreten, was man sich nur hat vorstellen können: Vom Akt bis zur Stadtvedute, vom Porträt bis zum Genrebild, von der merkantilen Gefälligkeit bis zum Wurf mit Anspruch, von der streng gearbeiteten Skulptur bis zur mechanischen Objekt-Konstruktion, bei Anando Arnold zum Beispiel. Landschaften, Blumenbilder, Stillleben, Porträts, mehr oder weniger Abstraktes – wer um Himmelswillen sollte solch ephemere Vielfalt in den wenigen Stunden Öffnungszeit denn verkraften? Auch Fritz, der Alte, war ja zum Dreihundertsten dabei! Man wurde schnell müde, treppab und treppauf. Holte man künftig etwa noch mehr Namen herbei, so könnte es dem Ereignis womöglich eines Tages so ergehen wie Krösus, als er den Halys überschritt! Doch Piranha hin oder her – allem Einwand zum Trotz ist ein Erfolg aus Teltow zu melden. Respekt also allen Machern im Ehrenamt.

Hierzu zählte, schnipp-schnapp, auch die Wiedergeburt des guten alten Papiertheaters mit Helma Höraths Stück „Wer ist der richtige Eulenspiegel?“ am Nachmittag vor Ort.

Von: Gerold Paul,  PNN online