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Teltow: Alte Biomalzfabrik | Am Sonntag, den 04. November erfolgte der 5. Teltower Kunst-Sonntag in der Alten Biomalzfabrik in Teltow. Über 90 Künstler/Innen haben teilgenommen. Gut besucht, vielfältig und sehr kommunikativ war die Atmosphäre. Regionale und Überregionale KünstlerInnen aus allen Richtungen von Malerei, Grafik, Bidhauerei, Fotografie, Objektkunst und Intallationen waren vertreten.
Ein großes Lob für dieses hohe bürgerschaftliche Engagement und die perfekte Organisation der Teltower Kunst Initiative e. V. !

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Erhard Wigand starb viel zu früh am 6. Januar 2012 nach einer Herz-operation. Die Nachricht vom Ableben Erhard Wigands hat auch uns sehr erschüttert. Erhard Wigand war seit August 2001 Mitglied im Heimatverein. Als Enkel des Unternehmers Myro Patermann, des Gründers der Biomalz-Fabrik in Teltow, war er uns sehr willkommen. Die Biomalz-Fabrik war zu ihrer Zeit ein Musterbetrieb der Lebensmittelproduktion im Deutschen Reich und hat so den Namen unserer Stadt in alle Welt getragen. Erhard Wigand stammte aus Kirn a. d. Nahe (Rheinland-Pfalz). Er studierte Jura in Trier. Dort gründete er mit Kommilitonen eine Zweigstelle der altehrwürdigen Burschenschaft der „Germania“, die ihn anlässlich der Trauerfeier am 20. Januar 2012 in Teltow auf dem Gelände der ehemaligen Biomalz-Fabrik auf ihre Weise ehrten.

Der Jurist Erhard Wigand hatte im Februar 1993 die Geschäftsleitung der 1991 rückübertragenen traditionsreiche n Firma übernommen. Trotz der schwere n Erkrankung, die ihn zu dieser Zeit traf und gesundheitlich einschränkte, zeigte er sich keineswegs verzagt, sondern optimistisch und kraft voll. So engagierte er sich seit 1995 im Stadtverband der CDU in Teltow. Es reizte ihn darüber hinaus, in der Kommunalpolitik Zeichen z u setzen, indem er sich 2003 als Spitzenkandidat zu den Kommunalwahlen auf - stellen ließ. Fortan saß er für die CDU in der Teltower Stadtverordnetenversammlung und arbeitete in verschieden en Ausschüsse n mit. Er machte sich einen Namen als besonders qualifizierter und besonnen er Abgeordneter. Seit 2008 engagierte er sich weiter als parteipolitisch unabhängiger Stadtverordnet er und agierte oft als Mittler zwischen den Fronten. Die Zusammenarbeit Teltows mit den Nachbargemeinden war ihm gleichermaßen wichtig. Im Oktober 2010 erhielt er das Mandat zur Mitarbeit im Kreistag, so dass er nun auf dieser Ebene die Belange  der Region vertreten konnte. Erhard Wigand war auch im Gemeindekirchen rat der evangelischen Kirche engagiert. Er hat dort große Verdienste um die Spendenaktion für die neuen Glocken der Andreaskirche und auch für große Bauvorhaben des Diakonissenhauses erworben. Privat galt seine Leidenschaft Schottland, vor allem Edinburgh und den Highlands. Mehrere Reisen führten ihn immer wieder in die Stadt an der schottischen Ostküste. Vor allem das Military Tattoo –Schottlands größtes Musikfestival – das er auch noch im letzten Jahr besuchte, begeisterte ihn. Erhard Wigands Veranstaltungen „Whisky-tasting “, die er im Stahnsdorfer „Café im Garten “ durchführte, waren stets ein Publikumsmagnet. Noch kurz vor seiner großen Herz - und Lungenoperation im Januar dieses Jahres war Erhard Wigand voller Optimismus und Lebenswillen. Wir trauern mit seinen Angehörigen um einen Mann, der nach Teltow gekommen war, um über sein wirtschaftliches und politisches Engagement hinaus Zeit und Interesse zu investieren für die Pflege der Heimatgeschichte der Stadt Teltow, die auch durch die Biomalz -Fabrik der Gebrüder Patermann richtungsweisend geprägt wurde. Wir werden sein Andenken dankbar in Ehren halten. Heimatverein / P . Jaeckel

Quelle: Juliane Karsten, Biomalz -Infobüro

wigandErhard Wigand, Enkel des Unternehmers Myro Patermann (Gründer der Biomalz-Fabrik in Teltow), verstarb kurz vor Vollendung seines 51. Lebensjahres am Freitag in einer Berliner Herzklinik. 

Der Jurist hatte die Geschäftsleitung der traditionsreichen Firma Biomalz im Februar 1993 übernommen, nach dem Tode seines Vaters, Erhard Wigand sen. Um die Rückübertragung des 1911 gegründeten und 1953 enteigneten Unternehmens hatte Erhard Wigand mit seiner Familie seit 1990 gekämpft. Im Oktober 1991 gelangte die Fabrik zurück in Familienbesitz. Obwohl Erhard Wigand zur gleichen Zeit eine schwere Krankheit traf, die ihn gesundheitlich stark einschränkte, zeigte er sich keineswegs verzagt, sondern lebensmutig und voller Kraft.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Erhard Wigand in Kirn a. d. Nahe (Rheinland-Pfalz). Nach dem Abitur absolvierte er ein Jurastudium in Trier. Politisch engagierte er sich seit 1995 im Teltower Stadtverband der CDU. Mitmischen in der Kommunalpolitik – das reizte ihn als er sich 2003 von den Christdemokraten als Spitzenkandidat zu den Kommunalwahlen aufstellen ließ. Fortan saß er für die CDU im Stadtparlament und arbeitete für seine Fraktion in verschiedenen  Ausschüssen mit.

Ab 2008 engagierte er sich parteipolitisch unabhängig als Stadtverordneter und agierte  oft als Mittler zwischen zerstrittenen Fronten. Wichtig war ihm auch stets, die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow zu fördern.  Als er im Oktober 2010 Mitglied des Kreistages wurde, setzte er sich auch auf Kreisebene für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf ein.

Margot Rohner, Schwester des Verstorbenen erinnert sich: „Ganz besonders wichtig war meinem Bruder, einen Beitrag dazu zu leisten, die Gegensätze zwischen Ost und West zu überwinden.“

Auch im Gemeindekirchenrat engagierte sich der Unternehmer, der als erster Spender das Startsignal gab zur Spendenaktion für die neuen Glocken der Teltower Andreaskirche.

Privat galt seine Leidenschaft Schottland, vor allem Edinburgh und den Highlands. Mehrere Reisen führten ihn immer wieder in die Stadt an der schottischen Ostküste, vor allem das Military Tattoo – Schottlands größtes Musikfestival – das er noch im letzten Jahr besuchte, begeisterte ihn. Erhard Wigands Veranstaltungen „Whiskytasting“, die er im Stahnsdorfer Café im Garten veranstaltete, waren stets ein Publikumsmagnet.

Noch kurz vor seiner großen Herz- und Lungenoperation im Januar dieses Jahres war Erhard Wigand voller Optimismus und Lebenswillen. Am Freitagnachmittag nahmen seine Mutter, seine Schwestern  und sein Patenkind Abschied von ihm.

Die Unternehmen Biomalz Gewerbehof GmbH und Teltomalz GmbH verlieren in Erhard Wigand einen aufrichtigen und engagierten Geschäftsführer bzw. Gesellschafter und werden ihm stets in Dankbarkeit ein ehrendes Gedenken bewahren.

Die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis in Kirn a.d. Nahe.

Am Freitag, den 20.01.2012, 10.00 Uhr findet im Konzertsaal der in der Biomalz-Fabrik ansässigen Kreismusikschule (Haus 2) eine Trauerfeier statt. Freunde und Weggefährten sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

 

Juliane Karsten
für Familie Wigand

Biomalz Gewerbehof feierte 100.Geburtstag

01Rings um die Biomalzfabrik standen einst Getreidefelder, bevor die Stadt immer näher an das Industriegelände herangewachsen war. Zum Tagdes off enen Denkmals konnten sich kürzlich Besuch er anhand historisch er Aufnahmen ein Bild von den Anfängen des Produktionsstandortes machen, dessen bekanntes Stärkungs und Kräftigungsmittel einst in aller Munde war. Auch einige Firmen, die auf dem Gewerbehof ansässig sind, hatten ihre Türen an diesem Tag geöffnet, der auch Anlass war mit einem Hoffest den 100.Geburtstag des Unternehmens zu feiern.

In den ersten Jahren wurde Biomalz noch in Blechdosen und Eimern verkauft , danach in braunen Flaschen mit blauem Etikett . Später wurde die Produktpalette mit Malzmehl und Bonbons erweitert, zu DDR Zeiten kam Moskauer Sahneeis hinzu. Auf einem Präsentiertisch im alten Kesselhaus waren noch diverse alte Verpackungen aus dieser Zeit zu besich tigen, daneben Kostproben brauner Malzbonbons, die vor allem bei älteren Besuch ern süße Erinnerungen weckten. Dahinter ein Korb mit den neuen Produkten der Firma, die aus rechtlichen Gründen nur noch unter Teltowmalz firmieren darf.

So gibt es Teltowmalzbonbons nun mit Salbei- und Zitronengeschmack, auch Waldmeisterund Menthol sind im Angebot, ebenso Lakritze, ein Müsli, diverse Mehlsorten und Backmischungen.

Auch die alten Baupläne der Fabrik waren ausgestellt. Wer genau hinsah, konnte den funktionalistischen Baustil des Gebäudes erkennen, bei dem die Mischung aus einer Stahlbeton-Skelettbauweise mit einer Massivbauweise typisch ist für die Reformarchitektur, die sich in den Anfängen des 20.Jahrhunderts vor allem beim Industriebau durch setzte. Zu jener Zeit war es die modernste Bauweise, die teilweise auch noch klassische Stilelemente nutzte. Die Dachmitte krönte einst ein Turm, der nur von der Ostseite über einen weiteren Turm erreichbar war. Eine Mauer mit zwei Rundbogendurchgängen verbindet das ehemalige Kontorhaus noch heute mit der Fabrik, links davon befindet sich ein imposanter Treppenhausturm. Auf den historischen Bauplänen sind noch Sprossenfenster eingezeichnet. Bei einem Rundgang mit Historikern über den Gewerbehof wurde deutlich , dass es vor allem die noch erhaltenen architektonisch en Details sind, die dem Fabrikensemble ein eigenes Gesich t geben. Die ursprünglichen Funktionen der Fabrikräume sind inzwischen durch neue Nutzungen ersetzt worden. So hat die Kreismusikschule unterm Dach , wo einst das Lager war, seit zwei Jahren ein neues Domizil mit Konzertsaal, und da wo einst die Maische gekocht wurde, sind heute die Werkstätten der Union sozialer Einrichtungen (USE GmbH), in der Behinderte in verschiedenen Gewerken von der Schneiderei bis zur Druckerei arbeiten. Vor dem Fabrikgebäude, in einem Anbau, konnten Besucher die sch ick en Limousinen des Oldtimerspezialisten “classics and friends” bewundern. Ein Sportwagen der Marke Triumph 1800 Roadster stand auch im alten Kesselhaus, dazu der Vermerk, dass es sich um einen Viersitzer mit Schwiegermutt ersitz handle, also für Letztere eine eher ungemütliche Sitzgelegenheit anbietet. Im Kesselhaus, das als Veranstaltungssaal ausgebaut werden soll, heizten am Nachmittag die Tänzerinnen und Tänzer der Tanzsch ule Kurrat dem Publikum ein, das sich trotz sommerlicher Temperaturendiesen Höhepunkt des Programms nicht entgehen lassen wollte und auch tapfer auf den Stehplätzen über eine Stunde lang durchhielt.

Seit drei Jahren sind die Showtänzer im alten Kontorhaus ansässig, nebst eigenem Kostümfundus und Schneiderei im ehemaligen Pförtnerhäuschen. Mit ihrem Programm, das vom Johann-Strauß-Walzer bis zum Hip Hop reichte, durch reisten sie tänzerisch ein ganzes Jahrhundert. Gut möglich , dass auch auf dem Biomalz Gewerbehof einst eine Paul Lincke Melodie von den Arbeitern gepfiff en wurde oder später das Lied “Pack die Badehose ein”. Beim diesjährigen Hoffest war die Bühne, auf der die Tänzer auch ihre temperamentvollen Stepptänze zeigten, zwar nur ausgeliehen, aber für den künftigen Kulturstandort ist eine feste Bühne schon eingeplant.

Quelle: Bäke Courier

 

Ein Videobericht vom Telowkanal 2011

 

Ein Videobericht vom Telowkanal 2011