wigandErhard Wigand, Enkel des Unternehmers Myro Patermann (Gründer der Biomalz-Fabrik in Teltow), verstarb kurz vor Vollendung seines 51. Lebensjahres am Freitag in einer Berliner Herzklinik. 

Der Jurist hatte die Geschäftsleitung der traditionsreichen Firma Biomalz im Februar 1993 übernommen, nach dem Tode seines Vaters, Erhard Wigand sen. Um die Rückübertragung des 1911 gegründeten und 1953 enteigneten Unternehmens hatte Erhard Wigand mit seiner Familie seit 1990 gekämpft. Im Oktober 1991 gelangte die Fabrik zurück in Familienbesitz. Obwohl Erhard Wigand zur gleichen Zeit eine schwere Krankheit traf, die ihn gesundheitlich stark einschränkte, zeigte er sich keineswegs verzagt, sondern lebensmutig und voller Kraft.

Seine Kindheit und Jugend verbrachte Erhard Wigand in Kirn a. d. Nahe (Rheinland-Pfalz). Nach dem Abitur absolvierte er ein Jurastudium in Trier. Politisch engagierte er sich seit 1995 im Teltower Stadtverband der CDU. Mitmischen in der Kommunalpolitik – das reizte ihn als er sich 2003 von den Christdemokraten als Spitzenkandidat zu den Kommunalwahlen aufstellen ließ. Fortan saß er für die CDU im Stadtparlament und arbeitete für seine Fraktion in verschiedenen  Ausschüssen mit.

Ab 2008 engagierte er sich parteipolitisch unabhängig als Stadtverordneter und agierte  oft als Mittler zwischen zerstrittenen Fronten. Wichtig war ihm auch stets, die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow zu fördern.  Als er im Oktober 2010 Mitglied des Kreistages wurde, setzte er sich auch auf Kreisebene für die Region Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf ein.

Margot Rohner, Schwester des Verstorbenen erinnert sich: „Ganz besonders wichtig war meinem Bruder, einen Beitrag dazu zu leisten, die Gegensätze zwischen Ost und West zu überwinden.“

Auch im Gemeindekirchenrat engagierte sich der Unternehmer, der als erster Spender das Startsignal gab zur Spendenaktion für die neuen Glocken der Teltower Andreaskirche.

Privat galt seine Leidenschaft Schottland, vor allem Edinburgh und den Highlands. Mehrere Reisen führten ihn immer wieder in die Stadt an der schottischen Ostküste, vor allem das Military Tattoo – Schottlands größtes Musikfestival – das er noch im letzten Jahr besuchte, begeisterte ihn. Erhard Wigands Veranstaltungen „Whiskytasting“, die er im Stahnsdorfer Café im Garten veranstaltete, waren stets ein Publikumsmagnet.

Noch kurz vor seiner großen Herz- und Lungenoperation im Januar dieses Jahres war Erhard Wigand voller Optimismus und Lebenswillen. Am Freitagnachmittag nahmen seine Mutter, seine Schwestern  und sein Patenkind Abschied von ihm.

Die Unternehmen Biomalz Gewerbehof GmbH und Teltomalz GmbH verlieren in Erhard Wigand einen aufrichtigen und engagierten Geschäftsführer bzw. Gesellschafter und werden ihm stets in Dankbarkeit ein ehrendes Gedenken bewahren.

Die Beisetzung erfolgt im engsten Familienkreis in Kirn a.d. Nahe.

Am Freitag, den 20.01.2012, 10.00 Uhr findet im Konzertsaal der in der Biomalz-Fabrik ansässigen Kreismusikschule (Haus 2) eine Trauerfeier statt. Freunde und Weggefährten sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen.

 

Juliane Karsten
für Familie Wigand